LinksProgrammPsychoanalyse und Filüber unsKontaktLinks
20.11.2010 Tystnaden (Das Schweigen), Ingmar Bergman, Schweden
1963
Kommentar:
Dominic Suter
Ein Film, der einiges Unbehagen
auslöst. Ester, ihre Schwester Anna und deren Sohn Johan sind
herrenlos einem visuellen Hunger überlassen. Sie kontrollieren und
verschlingen sich gegenseitig mit Blicken. Der Film über die Macht
der Bilder und die Ohnmacht der Sprache aus dem Jahre 1963 berührt
aktuelle Fragen: Hat der Körper die Seele besiegt? Sind wir verloren
oder können wir das verlorene Objekt als erotisches Objekt und in
der Sprache wieder finden? Bergman desavouiert das Fleischliche
nicht. Er problematisiert gerade das Abwenden des Blickes und die
Verweigerung der Anerkennung der Differenz. So gelingt ihm ein
angeblich "pornographischer" Film, der nicht nur die Frau,
sondern auch das Wort enthüllt.