Kommentar: Vreni Weber
Ein gescheiterter Schauspieler übernimmt einen ungewöhnlichen Auftrag: Mit den Insassen einer Haftanstalt soll er ein Theaterstück erarbeiten. Was als pädagogisches Experiment beginnt, entwickelt sich bald zu einem irritierend intensiven Spiel von Rollen, Projektionen und verdrängten Sehnsüchten. Während auf der Bühne geprobt wird, brechen hinter den Kulissen unbewusste Konflikte auf – Fragen nach Schuld, nach Anerkennung und nach der Möglichkeit, ein Anderer zu werden. Die Grenzen zwischen Inszenierung und Wirklichkeit verschwimmen zusehends. Wer spielt hier eigentlich wen? Und was passiert, wenn Menschen, die gelernt haben, zu überleben statt zu fühlen, plötzlich gezwungen sind, sich selber zu begegnen? Mit stiller Wucht und feinem Humor erzählt «Un Triomphe» von Freiheit, Identität und der verführerischen Macht der Darstellung.