Kommentar: Heinz Lippuner, Mirna Würgler
Der Film wirft uns gleich zu Beginn schon mitten ins Geschehen: Die 35jährige Margret verletzt ihre Mutter im Streit und wird dazu verurteilt, sich nur noch bis auf 100 Meter ihrem Elternhaus nähern zu dürfen. Nun entfaltet sich nach und nach das Beziehungsgeflecht einer Familie und lässt die unbewussten Kräfte erahnen, die hier am Werk sind. Die Kamera eröffnet uns Zuschauenden verschiedene Perspektiven, lässt uns an den Welten der Protagonistinnen teilhaben und lädt uns dazu ein, Geschichten zu erfinden für eine Familie, in der kaum Geschichten – schon gar nicht über Väter – erzählt werden und in der sich die Erwachsenen wie Kinder verhalten. Erst als Margrets Schwester Marion die 100-Meter-Grenze als blaue Linie kenntlich macht, können sich die Frauen auf neue Art begegnen.