Kommentar: Markus Fäh
Adam und Eve lieben sich seit Jahrhunderten. Sie sind Vampire und empfindsame Wesen, die sich mit Musik, Literatur, Erinnerung und Zärtlichkeit gegen eine lärmende und seelenlose Gegenwart behaupten. Adam lebt zurückgezogen in Detroit, umgeben von Gitarren, Analogtechnik und einer fast apokalyptischen Schwermut. Eve streift durch Tanger, neugierig, klug und von stiller Lebendigkeit getragen. «Only Lovers Left Alive» ist kein Horrorfilm, sondern eine hypnotische Meditation über Begehren, Melancholie und innere Freiheit. Vielleicht stellt der Film eine der grossen Fragen unserer Zeit: Was hält uns lebendig, wenn Fortschritt, Selbstoptimierung und zynische Beschleunigung ihre Verheissung verloren haben? Könnte es sein, dass gerade in der Liebe – im gemeinsamen Bewahren von Schönheit, Erinnerung und Begehren – etwas Menschliches überlebt?