Kommentar: Dominique Bondy, Daniel Süss
Anna und Georg fahren mit ihrem Sohn zum Urlaub in ihr Ferienhaus am See. Kaum sind sie angekommen, erscheinen zwei gepflegte, schüchtern wirkende junge Männer, die im Auftrag von Nachbarn um ein paar Eier bitten. Sie verhalten sich zunehmend skurril und bringen die Familie schliesslich in ihre Gewalt. Die anfänglich heitere Handlung von «Funny Games» entwickelt sich zum beklemmenden Horrortrip voller Demütigung und sinnloser psychischer und physischer Folter – und wir Zuschauende werden zu Voyeuren wider Willen. Michael Hanekes kontroverser Film wirft Fragen auf, die angesichts der aktuellen Weltlage brisanter sind denn je: Woher stammt die sadistische und perverse Motivation von Psychopathen? Der Film lädt dazu ein, nicht nur auf psychoanalytischer Ebene über die Quellen von Gewalt nachzudenken.