Kommentar: Franz Michel, Patrick Schwengeler
Ausserhalb von Portland im US-Bundesstaat Oregon lebt Will mit seiner adoleszenten Tochter Tom im Wald, durch hohe Bäume und dichten Farn abgeschirmt von der Welt. Was hat die beiden hierher geführt, wovor verstecken sie sich? Welches dunkle Geheimnis trägt Will in sich, was hat er zu verbergen? Gelingt es Tom, einen Ausweg aus dem vom Vater gewählten Versteck zu finden? Und wie reagiert die Gesellschaft darauf? Regisseurin Debra Granik inszeniert die – auf wahren Begebenheiten beruhende – Geschichte zweier Aussenseiter am Rande der Gesellschaft auf äusserst subtile Weise. Mit einer differenzierten Symbolsprache, authentischen Charakteren und berührender Musik webt Granik ein feines Narrativ – ähnlich den in der Sonne glänzenden Spinnennetzen im Wald. So lassen sich in diesem tiefgründigen Coming-of-Age-Film die unausgesprochenen Zusammenhänge allmählich erkennen.